1/52: Neubeginn

06.02.

1:44


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Manchmal wünsche ich mir, einfach mal von vorne anfangen zu können. Ich bin ein schlechter Videospieler geworden. Nicht Fähigkeitsschlecht, ich spiele immer noch, bis auf so die ein oder andere Hybris, die meisten Spiele auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Ich bin Verwöhntheitsschlecht. Ich bin ein Nörgler geworden. Ich finde die meisten Spiele, Ausnahmen bestätigen die Regel, in der Hauptsache okay. Oder verkraftbar. Und ich spiele ziemlich viele Spiele, in der Hoffnung, etwas neues, tolles geboten zu bekommen, finde das aber höchst seltenst und Irgendwann, nach ein paar Jahren voller Spiel, Spaß und Spannung, hat man praktisch alles gesehen. Man hat immer mal wieder ein paar schlechte Spiele gespielt, ziemlich viele mittelmäßige und auch einige gute. Früher wusste man das aber mangels Vergleich noch nicht und konnte sich auch für fragwürdige Machwerke noch begeistern.

Es muss wohl irgendwann mitte des letzten Jahrzehnts gewesen sein, als ich unbewusst beschlossen habe, Spiele ab jetzt nicht mehr zu mögen, es sei denn, sie können mich davon überzeugen. Was war davor nur los! Ich habe mit zitternden Fingern neue Spiele in mein SNES eingelegt und fing beinahe an zu weinen, als nur der Titelbildschirm erschien. Das war alles supertoll und ich hatte was neues in der Hand. Ich war automatisch begeistert, aus der bloßen Tatsache heraus, dass ein Videospiel existiert. Das hatte zur Folge, dass ich das Spiel dann nicht einfach nur genossen, sondern verschlungen habe. Ich bin darüber hergefallen. Über Monate hinweg. Hätte es damals schon Achievements gegeben, ich hätte sie alle gehabt. Weil ich, wie ich das gerne ausdrücke, wenn die ganzen klugen Internetmenschen nicht hinhören, damals noch drauf abnerden und mich darüber freuen konnte.

Dieses Gefühl vermisse ich. Ich würde gerne alles vergessen, was ich über Videospiele weiß. Ach, was soll der Geiz? Ich will die gesamte Popkultur vergessen. Ich will wieder an der Spitze des Eisberges kratzen, versuchen, hineinzukommen, dann eintauchen, mich total darin verlieren können, bis es mir zu den Ohren rauskommt, das dann aufsammeln und damit einfach nochmal von vorne beginnen. Ich will Neues entdecken, nicht nur altes wiederentdecken. Es wird Zeit für eine neue Form von Unterhaltung, die mir dieses Gefühl wieder geben kann.

Oder, alternativ, ich wurde einfach nur alt.

(Nummer 1 von 52 gerade kurz vor Schluss überhaupt angefangen und sogar fertig geworden. Challenge Accepted.)

Das ist doch irgendwie dicker Bullshit

04.01.

2:18


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Ich mochte den Polygon ja letztes Jahr schon. Das haut jetzt einige bestimmt genauso um, als hätte ich gesagt, ich wäre Fan von Punktewertungen, aber doch, ist so und ihr könnt nur etwas dagegen tun, wenn sich höchstens drei Besucher gleichzeitig auf der Seite befinden. In etwa 365 Tage und einige genervte Redakteure später machen die alten Menschen unter den qualitativ minderwertigen Schundmagazinen im Internet das wieder. Und, ohne folgende Hinzufügungen, meine persönliche Zusammenstellung der superduftesten Spiele 2011 in keiner partikulären Befehl.

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Hey, Pascal, was machen eigentlich du und die Videospiele?

14.11.

19:03


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Nett, dass ihr fragt! Videospiele und ich, wir mögen uns noch. Im Moment spiele ich Modern Warfare 3, worüber ich an dieser Stelle aber einfach keine Worte verlieren wollte. Nicht, dass es schlecht wäre (also, nicht in dem Sinn), aber es ist halt Yet Another Call Of Duty, kennen wir ja: Peng, Peng, Boom, Schrab, BOOOOOOM, Peng, RAMIREZ! YURI!, Peng, die USA gewinnen, HUAAAA! Den Multiplayermodus kann ich zum ersten Mal in meinem Leben spielen, weil ich endlich menschenwürdiges Internet habe, aber darüber zu reden wäre ja auch total langweilig, weil ihr den ja alle bestimmt schon kennt. Über Gears of War 3 konnte ich nur den Kopf schütteln, Anjin erklärt das, durchlebte aber einige lustige Matches im Horde-Modus. Dungeon Siege III habe ich auch mal ausprobiert. Das ist super, aber ich spielte es nicht zu ende. Vermutlich, weil ich dumm bin.

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LOL, Christenfags

29.09.

2:05


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Ich käme ja nie auf Idee, mir ein Videospiel zu kaufen, das ich nicht auf einer Konsole spielen kann. Es sei denn, es ist Steam Summer Sale. Oder Midweek Madness. Oh, oder das Humble Indie Bundle! Oder… ach, ich mach es jedenfalls nicht oft. Nicht sonderlich oft. Nur so ab und zu. Jedenfalls wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir The Binding Of Isaac zu kaufen, das neue Spiel von dem Typen, der auch Super Meat Boy gemacht hat. Und Gish, das ich aber schrecklich fand. Nachdem ich Jeremy ein wenig anschrie stellte er mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung und in einer einmaligen Aktion schrieben die grandiosen Redakteure von NES is dead und Superlevel zusammen ein Review. Davon weiß die Gegenseite zwar noch nichts und ich veröffentliche hier vertrauliche Gespräche, aber er wird das schon noch früh genug merken.

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Kunst und so

27.09.

17:45


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Ach, dieser Christian Schmidt. Ich kannte den Mann nicht einmal, ich habe auch nie Gamestar gelesen, bis plötzlich das ganze Internet voll war mit ihm und dem, was er so gesagt hat und wie ihr das findet und wo er Recht und Unrecht hat und wie hart er doch seine Mutter ficken soll, bevor er, auf der Autobahn mit etwas giftigem spielend, langsam und qualvoll verreckt, hat uns der Niveau-Limbo-Block dann auch freundlicherweise mitgeteilt. Es war mir natürlich relativ egal, weil ich zum dem Thema keine Meinung beziehen kann, die über “Ja. Nein. Vielleicht. Ach, leck mich doch!” hinausgeht, weil beide Seite Recht haben, weil es für beides eine Zielgruppe gibt und beides seine Existenzberechtigung hat, wobei Zielgruppe noch nicht einmal personell, sondern zeitlich zu sehen ist, weil ich, je nach Laune und Ziel, zu beiden Seiten gehöre. Was mich aber quälte war die Argumentation vieler, angeführt von Petra Fröhlich, geborene Maueröder – oh, so alt bin ich schon? – und Alexander Laschewski-Voigt, die im Grunde beide sagten, Spiele seien halt dumm und müssten auch nichts anderes sein. Denn die beiden Aussagen wetteifern darum, welche von ihnen falscher sein kann.

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The cheapest trick in the world

10.09.

0:48


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Tricks! Billige Tricks! Noch immer werden im Sekundentakt schamlos Leute nach Strich und Faden verarscht, ohne dass sie das merken würden! Wenn man sie später fragt behaupten sie sogar, sie hätten es so gewollt! Lächerlich. Niemand kann so etwas wollen. Das ist reiner Selbstschutz vor der Reflektion, dass man bescheuert ist, weil man sich so hat hinter’s Licht führen lassen. Und ich gehöre auch noch zu den Betroffenen und hier und heute werde ich unser Problem publik machen, was sich niemand traut, aus Angst, von der Gesellschaft verstoßen zu werden. Hallo, ich heiße Pascal und ich habe ein Problem mit Fortschrittsbalken.

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