(Bild: Stef Lewandowski)
Ich gebe lieber gleich zu: Die Überschrift war reißerisch. Denn objektiv betrachtet habe ich nichts gegen GameStop. Mein kaltes Herz eines Betriebswirtschaftlers sieht ja auch vieles ein, was sie dort so treiben. Die Preise von gebrauchten Spielen zum Beispiel, die zum Teil über dem Neupreis bei Amazon (Deutschland!) liegen, aber das ist ja ok, wie gesagt, kaltes Herz eines Betriebswirtschaftlers und so. Aber subjektiv ist GameStop ein totaler Saftladen. Und das hat nichteinmal etwas mit dem Unternehmen an sich zu tun, sondern mit den Mitarbeitern, an die ich bisher so geriet. Aber so ist das im Einzelhandel nun mal: Die Mitarbeiter sind für mich das Unternehmen. Daher nun meine Lieblingsanekdoten, weswegen GameStop ein Saftladen ist.
Die Tasten auf dem Controller der Xbox 360 heißen nicht etwa “Grün”, “Rot”, “Blau” und “Gelb”, sondern “A”, “B”, “X” und “Y”. Hätten sie’s gewusst? Auswendig? Instinktiv? Beim Videospielen?
Ich habe bestimmt Leute in meiner Leserschaft, die sich mit sowas bestens auskennen, deswegen frage ich zuersteinmal, bevor ich stundenlang danach suche, mit meinem gefährlichen Halbwissen Scheiße baue und dann doch fragen muss. Folgendes Gedankenexperiment: Ich möchte in meinem Wohnzimmer auf dem Fernseher Dinge ansehen. Und zwar alle Dinge. Es soll scheißegal sein, ob ich YouTube- oder Hulu-Videos oder South Park (die offiziellen Streams) ansehen will oder HD-Videos im MKV-Container mit H.264 drin oder WMA-Musik hören. Dass ich ersteres wahrscheinlich nicht haben kann weiß ich, fixiert euch da nicht all zu sehr drauf. Ich will außerdem nicht mit Maus und Tastatur am Fernseher sitzen und wenn es geht auch kein vollwertiges Betriebssystem mit Fenstern und Dateien und dem ganzen Müll bedienen müssen.
Die meisten Spiele tangieren einen eher peripher. Man spielt sie manchmal sehr gerne, vergisst auch gerne mal vieles um einen herum, aber sie bleiben doch immer nur ein Spiel. Manchen Spielen aber gelingt es, dass sie uns so sehr in ihre Welt ziehen, dass wir uns total darin befinden und wir so spielen, als wären wir wirklich da, als wäre es nicht nur ein Teil unseres Lebens, sondern unser Leben selbst. Das hat bei mir schon lange kein Spiel mehr geschafft, aber faszinierenderweise gelingt es gerade einem Spiel, das nichtmal versucht uns vorzutäuschen, es sei die Wirklichkeit, sondern es zum Teil des Spieles macht, dass wir eine Simulation erleben. Vielleicht fällt es mir auch gerade deswegen so leicht, mich auf das Spiel einzulassen, es konfrontiert mich praktisch ständig damit, dass ich mich gerade nicht in der Realität befinde, sondern in etwas, das mehr ist als ein Traum, aber eben doch nicht echt. Die Rede ist natürlich vom Animus, das Spiel ist Assassin’s Creed II.
Diesen Artikel will ich ja schon lange schreiben, aber ich leide eben auch unter einem unglaublichen Prokrastinationspotential. Ausschlaggebend sind vor allem Jeremy, Ben und Manu. Zu nennen wären dann noch ein paar andere Leute, die mir so bei diesem Twitter folgen, diverse andere Mitglieder von Onlinecommunitys und die Gesellschaft. Denn ihr alle habt eines gemein: Ihr betont bei jeder sich bietenden Gelegenheit das man jedes Medium, bei dem dies möglich ist, im Original konsumieren muss. Sollte es sich dabei zufällig um Kisuaheli mit flämischen Untertiteln handeln hat man eben Kisuaheli (oder Flämisch) zu lernen, um dem ganzen auch ja folgen zu können. Denn: Synchronisation findet ihr alle gemeinsam scheiße. Und jedes Mal, jedes einzige Mal, geht ihr mir damit auf die Nüsse.