An epic of epic epicness 06/2010
Ich finde das Polyneux-Konzept Moment des Monats ja voll dufte. Natürlich tat ich dem bei Twitter kund1 und siehe da: Es wurde mir erlaubt. Es ist ja nicht so, dass ich auf eine Erlaubnis gewartet hätte, aber es fühlt sich doch besser an, wenn man sie hat. Ist wie in zwischenmenschlichen Beziehungen, man kann auch alles mit Gewalt reinhämmern, aber wenn man darf ist doch irgendwie schöner. Jedenfalls: Wie Nille auch feststellte und wie mir durchaus bewusst war, macht das in dieser Form keinen Sinn, wenn ich alleine bin. Aber wir sind ja nicht blöde und wissen uns zu helfen. Also ich weiß mir zu helfen, Nille hatte damit rein gar nichts zu tun, ich rede nur gerne von uns in der Mehrzahl. Ob es sich dabei um den Pluralis Majestatis, den Pluralis Auctoris oder sogar den Pluralis Modestiae handelt ist tagesformabhängig. Daher beschränke ich mich nicht auf einen einzigen Moment sondern auf alles, was mir in diesem Monat im Gedächtnis blieb, was bei der allgemeinen siebhaftigkeit ebenjenes schon etwas herausragendes gewesen sein muss. Möglicherweise werde ich sogar Monat für Monat eine ähnlich verzwurbelte2 Einleitung schreiben, aber ich garantiere gar nichts!
Here be spoilers! Ihr seid gewarnt. Die spoilerbelasteten Teile stehen ganz unten, also nicht weinen, wenn ihr einen davon lest. Namentlich: Red Dead Redemption und Alan Wake.
Bayonetta
Himmelherrgott! ‘luja soag ih! Warum habt ihr mich nicht schon viel früher gezwungen, dieses Spiel in meine Konsole zu pressen? Schon die ersten drei Minuten überhäuften mich mit mehr Farben, Geblinke, Sex, Witz und allgemeiner Awesomeness als sonst die AAA-Titel eines ganzen Jahres zusammen. Da schwebt3 diese Hexe, die, wie hoffentlich mittlerweile alle wissen, nur ihre Haare als hautengen Anzug trägt, in der Gegend rum, leert ein Magazin nach dem anderen in Richtung Feinde, bekommt immer neue Waffen zugeworfen, damit sie nicht nachladen muss, zeigt dabei ein wenig Busen und ein wenig Hintern, bis die Knarren ausgehen und ihr freundlicher Helfer ihr einen Lutscher hinwirft, den sie natürlich gleich lasziv abschleckt. Und das alles begleitet von übelst quietschigem J-POP. Und das Spiel macht einfach immer so weiter. Erwähnte ich die allgemeine Awesomeness? Nein? Awesome!
Duke Nukem: Manhattan Project
Ich fand das Spiel damals schon dufte. Also zumindest die Demo, denn damals, in der guten, alten Zeit, konnte ich mir ja noch nicht alles so leisten wie heute. Ich hatte ein wenig Sorge, dass die Version für XBLA nicht in Deutschland erscheint. Es ist zwar ab 16 Jahren freigegeben, aber irgendwie weiß man ja nie so recht, was bei Microsoft so brodelt, immerhin steht Duke Nukem drauf. Aber als Major Nelson dann meldete “All Xbox LIVE regions except those in Asia” war es um mich geschehen und meine Hand ließ sich nicht mehr davon abbringen, auf Kaufen zu klicken. COME GET SOME!
Alan Wake
WTF? Nein, ehrlich, WTF? Das war ziemlich genau das, was ich dachte, als das Spiel dem Ende zuging. Der Kampf gegen den Tornado war ja spielerisch wie effekthascherisch eher mau, aber was danach folgte… WTF? Ich meine jetzt nicht das wirklich endige Ende, dieses mystische, mit “Meine Frau kommt aus dem See gekrabbelt” und so, sondern das davor. Das, wo in der totalen Dunkelheit Wörter stehen, die man mit der Taschenlampe in echte Dinge verwandeln kann. Wenn sich dann der “Laternenmast” in einen Laternenmast verwandelt, der “Vogel” zu einem Vogel wird und wegfliegt und man den “Weg” schließlich beschreiten kann, um voranzukommen. WTF?
Red Dead Redemotion
Ich weiß, ich bin mit der Story noch nicht ganz durch. Aber es gab da so einen Moment. Diesen Moment nachdem sich Dutch von der Klippe stürzt4 und ich zu wunderbarster Westernmusik zu meiner Familie reite. Wer in diesem Moment das Schnellreisesystem benutzt hat kommt in die Hölle, garantiert. Ich ritt quer durch den Wald und über die Felder zu meiner Farm, wo meine Frau und mein Sohn auf mich warten um mich für die Mühen der vergangenen Stunden zu entlohnen. Tausende Tote, angezündete Häuser, gestürzte und neu eingesetzte Diktatoren, alles für diesen einen Moment, in dem ich nach Hause komme. Ich stelle meiner alten Bekannten Bonnie meine Frau vor, breche bei der Gelegenheit ihr Herz, gehe mit meinem Sohn jagen, treibe das Vieh zusammen. Ich bin einfach nur der stinknormale Farmer, der ich sein will. Im Moment finde ich Red Dead Redemption weder spannend noch actiongeladen noch sonstwas. Ich finde es schön.
- Was ich öfters tu, weswegen ihr mir alle folgen solltet. ↩
- Und ihr habt den Feed doch nur wegen der Verzwurbelung abonniert, oder? ↩
- Oder wie man dieses Eastern-Schweben nennt, das, währenddessen sie weiterkämpfen. Ihr wisst, was ich meine. ↩
- Die Spoiler waren angekündigt, also meckert jetzt nicht! ↩

Ein Kommentar
Pascal
28. Juni 2010
13:37
Zitat ich: “Ach, einfach publishen, ist ja nur ein Experiment, quasi.”