An epic of epic epicness 07/2010
Dieser Monat war nicht sonderlich ereignisreich. Tut mir leid. Anhand meiner Artikelquote1 habt ihr euch vielleicht gedacht, das müsse spieltechnisch der absolute Übermonat gewesen sein. Nö. Wahrscheinlich habt ihr den Zusammenhang falsch verstanden: Je mehr Zeit ich in bloggen investiere desto weniger habe ich mit Spielen vergeudet. Oder Arbeiten. Aber hauptsächlich Spielen. Trotzdem gab es wie immer diese WOW-Moment, etwas, das ich total episch fand. Epen von epischer Epischkeit epen eben. Und hier sind sie.
Here be spoilers! Die Texte über Red Dead Redemption und LIMBO solltet ihr besser nicht lesen, wenn ihr vorhabt, die Story noch zu erleben. LIMBO enthält übrigens auch einen mittelgroßen Inception-Spoiler. Keinen Showstopper, aber einen Erlebenmoment weniger. Meckert hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!
Shadow Complex
Yeah! Ich habe alle Achievements! Ich! Habe! Alle! Achievements! Und ich hab dafür nur müssen Level 50 erreichen. Nur. Tihihi. Das war eine Odyssee, die sich über mehrer Wochen erstreckte, in denen ich immer mal wieder die Haupthandlung ein Stück weiter auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad weitertrieb. In jeder Sitzung so ein, zwei Level. Und diesen Monat war es endlich, endlich!, so weit. Ich habe einen Roboter gesprengt, die Erfahrungspunkteleiste füllte sich, das Spiel versprach mir ab jetzt unendlich viele Raketen verschießen zu können und das “Plop” eines neuen Achievements ertönte. Yeah!
Alpha Protocol
Alpha Protocol gab mir seit langer Zeit einmal wieder das Gefühl, wirklich in das Spiel eingreifen zu können. Dass es nicht nur um mich herum passiert. Das letzte Mal hat das Fallout 3 geschafft und davor… ja, was eigentlich? Dafür und nur dafür muss man Alpha Protocol die vielen kleinen und großen Fehler verzeihen. Ich vergöttere Alpha Protocol. Ob es, wie bei Fallout 3, auch nur eine vorgetäuschte Entscheidungsfreiheit ist wird sich erst beim erneuten Spielen zeigen.
Lost Planet 2
Holy Mother Of Fuck! Es gibt immer einen noch größeren Bossgegner. Wenn man glaubt, alles gesehen zu haben, kommt einfach etwas noch viel, viel epischeres um die Ecke. Boah.
LIMBO
Ach, dieses Ende von LIMBO. Es hat mich wirklich ergriffen. Das Ende war ja eigentlich von vorneherein klar, wenn ich mich recht entsinne, denn der Hintergrund des Menüs ist das Ende. Oder ist das erst nach dem Ende so und vor dem Anfang ist es der Anfang? Egal. Jedenfalls: Der Hintergrund des Menüs gehört eindeutig zum Ende. Die verrottete Version der Stelle, an dem der Junge seine Schwester(?) findet. Viel Zeit scheint vergangen, die Gegend ist leblos und tot. Was ist mit dem Jungen und seiner Schwester(?) passiert? Haben sie einen Weg aus dem Limbus2 hinaus gefunden? Wurden sie getötet? Kann man im Limbus überhaupt in dem Sinne Sterben oder ist die ständige Wiedergeburt des Jungen vielleicht mehr als eine Spielentscheidung zu Checkpoints? War es überhaupt seine Schwester? War sie(?) eine von denen, die ihn bereits früher mit Pfeilen beschossen? Fragen über Fragen. Dass die tiefste, mit Horrorvorstellungen und atemberaubender Schönheit angefüllte, Traumebene in Inception auch Limbus heißt kann kein Zufall sein. Oder doch?
Red Dead Redemption
Ach, dieses Ende von Red Dead Redemption. Es hat mich wirklich ergriffen. Ich hatte so viele Theorien darüber, wie das Spiel denn nun ausgehen könnte, ohne ein nachfolgendes Open World Erlebniss zu gefährden. Meine favorisierte war es, dass Johns Familie einfach stirbt und er deswegen als Outlaw weiter durch das Land zieht und traurig ist. Aber dann kam ja doch alles ganz anders. Als ich vor dem Scheunentor stand, um meine Familie zu schützen, verzweifelt versuchte, meine Feinde aufzuhalten, da dachte ich, dass gleich noch alles gut wird. Dass Jack gleich von Ferne auf die Übermacht schießt und diese so davon abgelenkt sind, dass ich sie überwältigen kann. Dass ein Blitz einschlägt und sie niederstreckt. Von mir aus auch ein Komet. Aber ich hätte nie damit gerechnet, dass ich von Kugeln durchsiebt werde und sterbe. Hut ab, Rockstar. Für dieses Ende habt ihr meinen ganzen Respekt verdient.

2 Kommentare
Markus
2. August 2010
09:30
Ich liebe diese Rubrik und bei Red Dead Redemption kann ich nur zustimmen. Ich hatte noch versucht im Dead Eye alle zu erwischen, aber das waren einfach zu viele.
shadowhorst
3. August 2010
09:35
Für mich kam das Ende von RDR recht plötzlich. War wohl auch der Grund, warum ich vor der Scheune exakt Niemanden mit ins Jenseits genommen habe. Beim Anblick der Massen bin ich zusammengezuckt und habe das DeadEye versehentlich ausgemacht. Mental darauf vorbereitet zu respawnen und das Ganze zu wiederholen, war ich schon ein wenig geshockt das Outro zu sehen.
Gruß,
shadowhorst