Blinder Aktionismus und es gibt auch noch was zu gewinnen!
Wie Chip.de heute morgen berichtete findet diesen Samstag eine Veranstaltung des “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden”1 statt. In Stuttgart wird vor der Staatsoper ein großer Container aufgestellt, in die dann jeder “Spiele, die das Töten von Menschen simulieren” werfen kann. Dafür erhält man dann Lose, mit denen man ein von der kompletten deutschen Fußballnationalmannschaft signiertes Trikot ebendieser gewinnen kann. Wer von diesem Text, der bisher noch nach Pressemitteilung aussieht, noch nicht genug hat, findet weiter unten ein paar unschöne Worte, die wahrscheinlich dazu führen werden, dass dieser Beitrag zusammen mit den Spielen im Container landet.
Winnenden, wir erinnern uns. Ein wahrscheinlich gar nicht mal unnetter Psychopath von nebenan läuft ein wenig Amok und tötet dabei ein paar Mitschüler und sonstige Anwesenden. So weit so schlecht. Danach wird zum Leidwesen der Presse festgestellt, dass im Moment vor lauter Kinderpornos keiner mehr etwas von Killerspielen hören will. Weil sie keine Sau haben, die sie durchs Dorf treiben können, trampeln sie halt ein wenig – zu Recht! – auf dem Waffenrecht rum und erreichen da auch die ein oder andere Pseudoänderung zu Ungunsten der Schützenvereine und Waffenlobby. Das ist über sechs Monate her und kaum jemand mehr interessiert sich dann dafür.
Bis ein paar verbitterte, alte Sportschützen merken, dass sie ihr Fett weg gekriegt haben, die bösen Killerspielspieler, die ja eigentlich Schuld sind, aber nicht. Also gründen sie das Aktionsbündis wider den undeutschen Geist Amoklauf Winnenden, weil man da ja mal was machen muss und wieder keiner an die Kinder denkt. Das fordert zuerstmal, dass alle Spiele verboten werden bei denen es nicht darum geht pinke Elfen durch den magischen Zuckergusswald zu schubsen, weil sie sonst ganz traurig sind. Warum ist offensichtlich: Grundlos gegen Killerspiele sein ist hipp und schafft Presse. Dann kommt ihnen die Idee gewalthaltige Bücher zu verbrennen, pardon, Spiele zu entsorgen. Das Nachbarskind ohne Ahnung von Typographie designt ein schickes Plakat mit schockierenden Blutspritzern von der Stange, schockierenden Waffenbildern an denen sie vermutlich nicht mal die Rechte halten, schockierender Antifa-Symbolik und schockierend vielen Partnern. Das soll natürlich möglichst viele Menschen mobil machen, dort hinzugehen und ihre eben für 5€ im Billigmarkt gekauften Spiele wegzuschmeißen, um das Trikot abzusahnen.
Auch wenn es bei der letzten Truppe schon nichts gebracht hat: Ich glaube ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit euch reden.
- Bewusst nicht verlinkt, googlet es euch selbst wenn ihr es genau wissen wollt. ↩

10 Kommentare
Tapedeck
14. Oktober 2009
18:19
Herrlich sinnbefreit und ich tippe mal darauf das die Aktion gründlich floppt. Wenn jemand der Ego-Shooter spielt das jetzt gelesen hat, versteckt er die Spiele vor Mami und alles ist gut ;)
Pascal
14. Oktober 2009
19:51
Wie gesagt: Da rennen jetzt alle in den Blödmarkt und kaufen sich was vom Wühltisch, um das Trikot abzustauben.
Ben
14. Oktober 2009
22:30
Niveau has left the group.
Bitte, bitte, bitte, blos weil die Amis das dauernd machen, muss man nicht hierzulande auch an jeder Ecke Nazivergleiche rausholen… das ist in den meisten Fällen nicht nur unangebracht und geschmacklos, sondern im Hinblick auf eine sachliche Diskussion auch ziemlich dämlich.
Isaak
15. Oktober 2009
08:09
War auch viel zu lange ruhig um die bösen Silberscheiben.
Wenn du allerdings Leute mit nem Gewinnspiel zu so nem Mist aufrufen muss, dann zeigt das doch, dass dieses Thema den meisten Leuten mittlerweile am Allerwertesten vorbei geht. Das kann man nun positiv oder negativ sehen.
Vermutlich werden die Waffenfans unruhig, da bei dem jüngsten Amoklauf keine Killerspiele “mitwirkten”. Dadurch stehen Waffen natürlich mehr im Rampenlicht.
Sub
15. Oktober 2009
08:29
Ben: Frag das den Designer der Plakate und ueberhaupt den Veranstalter.
Kommt die Spielesammlung nicht etwas der Buecherverbrennung gleich, “Das ist Schlecht fuer euch, das muss weg”?
Ist auf dem Plakat nicht das AntiFa Logo zu sehen, in dem eben statt einem Hakenkreuz eine CD (muss also genauso boese sein) weggeworfen wird?
Pascal
15. Oktober 2009
09:35
@Ben: War nicht direkt als Nazivergleich gedacht, das war nur das schönste Bild zum Thema. Mehr so als “3000 Jahre Geschichte der Bücherverbrennung”, ist ja nicht so dass Hitler damit angefangen hätte. Ich habs mir ja extra verkniffen zu sagen “Wer Killerspiele verbrennt vernichtet auch Völker” oder so. Die “Aktion wider den undeutschen Geist” hab ich auch nur gebracht, weil es so schön zum Bild und Text passte. Ich hab da ganz ehrlich nix unterstellen wollen, hab nur nicht genug drüber nachgedacht.
Seht das bitte als Disclaimer für alles hier an.
Ach ja, und für Sachlichkeit ist hier kein Platz. Sachlich war ich in der Post, die sie von mir gekriegt haben.
Nachtrag: Was ich noch sagen wollte, du hast natürlich total Recht, das war unüberlegt von mir.
Pascal
15. Oktober 2009
12:46
@Sub: Du solltest wissen dass du von Akismet gerne mal als Spam aussortiert wirst wenn du keine gültige Mailadresse angibst. Ich hab jetzt mal für dich gestimmt.
Kai
15. Oktober 2009
13:06
Stehen da nicht mehr Leute am Ende, die scharf darauf sind kostenlose Spiele aus dem Container zu fischen?
Pascal
15. Oktober 2009
16:37
Hmm, das ist natürlich möglich. Wenn sie nicht total blöde sind machen sie die Spiele kaputt. Vielleicht darf man sie ja sogar durch einen Schredder jagen. Vielleicht verticken sie das Zeug auch später auf eBay um Geld zu sammeln.
Yo
17. Juni 2011
12:55
Das Bild ist echt lustig gewählt haha, und irgendwie beschreibt es dass schon ein bischen…. einfach ne dumme Aktion
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