Das iPhone-Problem
Schwache Signalstärke. Nun, da ich das Wortspiel erklärt habe und sicher gehen kann, dass alle es verstehen, kann ich geschickt überleiten zur Alan Wake Erweiterung “The Signal”. Wer den Witz immer noch nicht verstanden hat darf hier mit Lesen aufhören, denn derjenige würde den Rest sowieso nicht verstehen. Ja, The Signal bietet keine neuen Schauplätze, keine neuen Waffen, keine neuen Gegner1 und praktisch keine Story. Und das macht sich zu Beginn auch stark bemerkbar, wenn es, gelinde gesagt, etwas fad ist. Und ernsthaft, noch eine Sammelaufgabe? Die Idee Barry wieder irgendwie mit einzubauen, um für Unterhaltung zu sorgen, ist durchschaubar, aber ich bin in so Dingen ja primitiv und fühle mich einfach so davon unterhalten, auch wenn es plump daher kommt. Aber trotzdem liebe ich The Signal jetzt, nachdem ich es durchgespielt habe, was übrigens eine gute Stunde in Anspruch nimmt.
Denn The Signal schafft endlich das, worauf ich im Hauptspiel die ganze Zeit gewartet hab: Es hebt den Kampf gegen die Dunkelheit und die Idee der Welt, die vom Protagonisten selbst erschaffen wird, endlich vom Niveau eines losen Storyfadens in den eigentlichen Spielinhalt. Ich fand das Ende des Hauptspieles schon genial, als man mit seiner Taschenlampe die Worte befreien musste, um voranzukommen. Das wird jetzt exszessiv ausgelebt, etwas langweilig als Munitionsvorrat, aber auch spielerisch tief, wenn man durch ein Tal geht, das mit Worten angefüllt ist, die sowohl “Boom” und “Fireworks” als Waffen, aber auch “Posessed”, “Enemy” und “Ravens” als Fallen umfassen oder wenn man sich durch einen Keller mit Öfen kämpft, aus denen man als Autor Stichflammen hervorzaubern kann.
Super war auch die Stelle mit den Laternenmasten und dem wahllos an und ausgehenden Licht. Durch die unendliche Gegnerhorde wurde endlich eine Bedrohung geschaffen, da man als Spieler ausnahmsweise an Ressourcenmangel leidet. Man wird dazu gezwungen, die Umgebung als Waffe einzusetzen, da man sonst nie und nimmer das andere Ende erreicht. Das sorgt für Spannung und es war das erste Mal, dass ich das Licht als weit mehr als nur Gegner-Wegblink-Werkzeug empfand.
Wer es kostenlos bekommt hat gar keine Ausrede The Signal nicht zu spielen. Wer dafür bezahlen muss investiert sein Geld nicht schlecht, aber eben in eine äußerst knappe Spielzeit, die nur mit Ideen, nicht aber wirklich mit neuen Inhalten glänzt. Ach, was red ich da? Kaufen.
- Auch wenn ich schwören könnte, dass wenigstens neue Modelle dazukamen. ↩

2 Kommentare
Swissendo
2. August 2010
22:02
Ja, ich denke damit wurde alles gesagt, und ich kann dem nur zustimmen.
War ich Anfangs noch derbe enttäuscht von der Copy-Paste Arbeit, wurde es gegen den Schluss doch noch unterhaltsam. Es war nett, hätte aber doch mehr erwartet. Mal schauen was The Writer bringt…
Manu
4. August 2010
21:54
schön geschrieben.
Ein Trackback