Das Kreuz mit den Premiumaccounts

Ich erlebe es immer wieder, dass über sogenannte Premiumaccounts in Browsergames geschimpft wird. Premiumaccount bedeutet, dass man sich, gegen Entgelt natürlich, einen Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen kann. Dies kann eine einfache Komfortfunktion(z.B. längere Nachrichten), die Freischaltung bestimmter Features oder gar der Kauf bestimmter Items oder Rohstoffe sein.

Die Frage ist jetzt natürlich warum diese Art, Geld zu verdienen, immer so in den Dreck gezogen wird. Hinter vielen modernen Browsergames stecken große Firmen, wie zum Beispiel Bigpoint oder Gameforge, und irgendwie wollen diese Firmen schließlich auch finanziert werden. Was liegt da näher als eine Art Kaufversion des Spieles anzubieten?

Wenn man die Demo eines Clientspieles herunterlädt weiß jeder “Hey, wenn ich das Spiel komplett spielen will, dann muss ich es mir kaufen.” Warum ist dieses Bewusstsein noch nicht bei Browsergames durchgekommen? Das Selbe spielte sich vor Jahren auch bei Clientgames ab. Damals, als es noch gar kein Internet gab, tauschten Leute wild Spiele untereinander, die Raubkopiererszene lebte, keiner bezahlte und keiner hatte etwas dagegen. Genauso fingen Browsergames an. Irgend ein Nerd hatte die Idee, man könnte ja aus einer dynamischen Homepage ja auch ein Spiel machen, also wurde ein Browsergame programmiert. Dieses Spiel bot sich geradezu dazu an, es mit seinen Freunden zu tauschen, denn: Es kostete sowieso nichts und war überall verfügbar. Ähnliche Situation wie bei den Clientspielen, nur extremer.

Doch bei den Clientspielen setzten sich schnell Kopierschutzmechanismen durch. Über die Wirksamkeit dieser Mechanismen werde ich hier jetzt nicht sprechen, doch in der Theorie wird damit jeder Spieler gezwungen, sich das Spiel zu kaufen. Ähnlich verläuft es mit Browsergames, nur dass dere Kopierschutz besser funktioniert. Man muss sich registrieren und was ist leichter, als registrierte, aber nicht zahlende Spieler auszusperren?

Im Prinzip ist ein Browsergame nichts anderes als World of Warcraft ohne Anschaffungskosten. Wer würde sich sträuben, Blizzard kein Geld mehr in den Arsch zu blasen zu überweißen? Gut, man kann ja immer noch auf einem etwas billigerem (soll heißen: kostenlos) und etwas weniger legalen (soll heißen: verboten) Server spielen, doch jeder der das schon einmal ausprobiert hat weiß, wie es ist: Es funktioniert eben nicht alles. Es ist kein brauchbares WoW dort möglich. Eben wie ein kostenloser Testaccount bei Browsergames.

Oh, ich sollte vielleicht noch etwas zur Verteidigung der Meckerer sagen. Ich gehöre auch zu den Meckerern, doch ich prangere nicht das Geschäftsmodell des Premiumaccounts an, sondern die Werbemethoden: Es wird überall mit “kostenlos” geworben, obwohl man ohne Premiumaccount das Spiel nur antesten kann. Meistens wird man dann auch noch sofort von Benutzern mit Premiumaccount gebasht, was einem schnell klar macht: “Hey, das ist gar nicht kostenlos!”. Solche Werbemethoden sind meiner Meinung nach unlauterer Wettbewerb der härtesten Kategorie, doch was soll man machen, der Verbraucherschutz hört ja nicht auf einen.

Also liebe Nörgler: Überlegt euch nochmal, ob ihr Premiumaccounts wirklich prinzipiell verteufeln wollt. Glaubt mir: Es ist der falsche Weg.

6 Kommentare

Bin nur teilweise deiner Meinung, denn es gibt unzählige Browsergames da draußen im Netz die gänzlich auf den Einsatz von Premium Accounts verzichten ODER aber die Premium Accounts eben so gestalten, dass Sie den Spielfluss nicht stören.

Wenn ich als Premium Spieler mehr Möglichkeiten habe mich im Spiel zu präsentieren, vllt. sogar öfter / besser Benachrichtigt werde bei Angriffen oder ähnlichem, spezielle Gegenstände bekomme die andere Spieler nicht bekommen (die mir aber ansonsten keinen Vorteil verschaffen) finde ich dies durchaus in Ordnung da ja auch die Entwickler Teams sich finanzieren müssen.

Von Premium Accounts mit denen ich mir einen Vorteil im SPiel erkaufen kann um schneller stärker zu werden wo letztlich dann nur das Geld gewinnt, halte ich allerdings grundsätzlich eher wenig.

Just my 2 Cents :)

Stimme dir hier voll und ganz zu.
Beispiel BigPoint: Ich glaube ich habe vor gut 2 Jahren ca. 2 Spiele von denen getestet. Ab einem bestimmten Punkt (ca. 30 Minutn Spielzeit) kam man an einen Punkt der sinngemäßg hinausposaunte: “Hey, hey! Das Spiel ist immer noch kostenlos, aber um weiterzuspielen brauchst du XY!”

XY kostete dann natürlich Geld. Nicht wirklich viel. Aber irgendwie hatte ich im Urin, dass ich nach dem Erstehen von XY bald noch viel mehr XY brauchen würde.

Mit dem Wort “kostenlos” zu werben ist da schon eine Frechheit.

Der Artikel ist übrigens schon was älter, nur bei gescheduleten (Yay, Wort des Jahrtausends!) Artikeln behält er die Serie nicht. Grmpf. Und korrekturlesen hätte ich ihn auch sollen, da fehlen essenzielle Formatierungen. Doppel-Grmpf. Now for something completely different.

@Isaak: Nein, Bigpoint ist ein ganz toller Verein mit Qualitätsspielen! Da muss man keine Unterstellungen benutzen die man als üble Nachrede oder schlimmeres interpretieren könnte, weil es da absolut nix zu motzen gibt!

@Browsergames-4u: Kenn ich den Namen (und den dazu passenden Link) nicht irgendwoher? Treibst du dich sonst noch irgendwo rum wo ich auch bin? Zum Thema: Ich glaube wir sind der selben Meinung ;). Kleine Premiumaccounts: Gut. Keine Premiumaccounts: Noch besser. Mit kostenlos werben und nur mit Premiumaccount eine Chance haben: Böse.

Und hier mal als Grundsatzregel festgehalten: Werbelink + Sinnvoller Beitrag ist OK, Werbelink + Blöder Beitrag ist Spam.

Hallo
Seien wir doch mal ehrlich, ohne den Verkauf von Premium-Accounts und anderen Ingame-Items und Services lässt sich doch heutzutage kein vernünftiges Browsergame mehr finanzieren. Geld wollen sie verdienen und das sollen sie auch :=)
Die Schwierigkeit ist nur die Balance zu finden zwischen einem fairen Spielsystem ohne käufliche Vorteile und der Gier des Betreibers.
beste Grüsse

Bestreitet ja auch keiner dass das irgendwie finanziert werden muss. Aber entweder man steht dazu dass das Spiel nun eben was kostet (Scherbenwelten), man bietet nur kleine, günstige Komfortvorteile (Icewars) oder man macht es gänzlich umsonst (Äh…). Aber zu behaupten das Spiel wäre umsonst, aber nur wenn man vor hat das Opfer der bezahlenden Spieler zu sein, die auch ihren Spaß am Spiel haben weil sie eben dafür bezahlen dann ist das Kunden veräppelt. Und so viele Leute fallen auch noch darauf rein.

Warum gibt es eigentlich Mechboxer nicht mehr? So Nebenbeigenöle, wo wir schon bei Browsergames sind :-)

Du willst es doch auch!