Der Tag, an dem ich zu alt wurde

Ach je. Freunde. Freunde! Etwas schreckliches ist passiert. Ich wurde alt. Gerade heute Mittag. Während sich Christian noch fragt, ob er denn nun alt wird oder nicht, oder ob vielleicht doch der Mac daran schuld ist oder ganz anders, da hat bei mir der Käse dem Hasen schon die Krone aus dem Gesicht geschlagen. Ich weiß einfach, das ich zu alt wurde. Schuld daran war Bayonetta. Ihr erinnert euch, diese MILF-Hexe, von der ich neulich noch so schwärmte? Ja, sie hat mir gezeigt, dass ich alt bin.

Ich fand Devil May Cry ja total cool. Ich hab den dritten Teil zwar nie durchgespielt, aber das hatte andere Gründe als meine Unfähigkeit. Ich hab den vierten Teil zwar nie, wie geplant, auf einem höheren Schwierigkeitsgrad durchgespielt, aber das hatte andere Gründe als meine Unfähigkeit. Ich war damals noch jung und eigentlich genau der Typ, der ewig lange Combos auswendig lernt um sie gegen übermächtige Gegner einzusetzen. Doch jetzt ist das alles nicht mehr so. Bayonetta verlangt mir zu viele Combos ab. Gut, man kann praktisch keine Tastenkombination drücken ohne eine Combo auszulösen, aber ich fände es schon nett, wenn ich wüsste, was da gerade auf dem Bildschirm passiert. Bayonetta verlangt mir zu gutes Reaktionsvermögen ab. Ich bin praktisch nur am Ausweichen, um es hoffentlich irgendwann mal im richtigen Moment zu tun, damit ich dann meine paar Sekunden Zeitlupe habe, in denen ich irgendeine Combo auslösen kann. Ich weiß ja nie, welche es denn nun wird.

Außerdem kann ich der Geschichte einfach nicht mehr folgen. Es geht da irgendwie um Hexen und Dunkelheit und Gleichgewicht, um Krieg, Chaos, Gedächtnisverlust und einen jungen Mann mit Lippenstift im Gesicht. Mehr kann ich euch auch nicht sagen. Das ist mir wahrscheinlich alles zu kurzlebig, schnell, hip und – nennen wir es einfach mal beim Wort – jung. Bayonetta hat mir gezeigt, dass der Verfall langsam einsetzt. Die Finger arbeiten nicht mehr so schnell, wie mein Gehirn, das sowieso für sich genommen schon zu langsam ist, das gerne hätte.

Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

7 Kommentare

Aber abgesehen davon, dass ich zu langsam dafür bin, finde ich es doch gut.

Vielleicht doch mal den Automatikmodus probieren. Aber das verbietet mir mein Stolz.

Das du die Story nicht kapierst liegt am Spiel, nicht an dir. Ich wollte Bayonetta ja auch lieben, aber ich bin nie mit dem Spiel warm geworden und habe nach ein paar Stunden lieber wieder Ninja Gaiden 2 gespielt.

Das Spiel ist großartig, aber die Story kann man gar nicht verstehen, das ist einfach nur hirnrissig, was da vor sich geht. Aber JEDER!FUCKING!GEGNER! ist ein Endbosss. Hammer.

Achja, ich schrieb ja vor geraumer Zeit ein ach so cleveres Review mit dem ach so cleveren Namen: “Was macht Bayonetta eigentlich bei Spliss” dazu, sollte man mal wieder lesen in diesem Kontext… *hüstel*

@Ranor: Ninja Gaiden war das Spiel, wo man die Tittenwackelei steuern konnte, richtig?

@Manu: Ich habe es gelesen. Glaube ich. Jedenfalls erinnere ich mich an die Überschrift. Ähem. War sogar das erste Mal, dass ich bemerkte, dass es dich gibt, wenn ich mich recht entsinne. ;)

Ich bin ja eher auf der Linie von Chaosmacherin: Bayonetta ist ein Drecksspiel für spätpubertäre Langzeitarbeitslose. BANG!

Du willst es doch auch!