Die BILD über Killerspiele

(Bild: BILD. Korrektur durch mich, damit nur Dinge zu sehen sind die auch in der ab 18 Jahren freigegebenen deutschen Version vorkommen und nicht in der indizierten internationalen Version)
Noch bin ich es nicht leid aufzuzeigen, was die BILD denn so für Fehleinschätzungen über Videospiele veröffentlicht. Schon gar nicht wenn es mit solch reißerischen Überschriften wie Gewalt im Game – Was ist ein Killerspiel? versehen ist. Ich will hier nicht den Text in all seiner Tiefe zerpflücken, nur auf ein paar offensichtliche Fehler hinweisen.
“Doom” war Begründer des ganzen Genres. Noch heutige Shooter orientieren sich am Waffenarsenal der Legende. Der Spieler schießt bei “Doom” auf Aliens, nicht wie beim indizierten Vorgänger “Wolfenstein 3D” auf Nazis.
Alleine schon dieser Widerspruch in sich: “Begründer des Genres” und “Vorgänger”. Und das mit den Waffen liegt ganz einfach daran, dass es in Doom so ziemlich jede erdenkbare Waffe gab, ein Plasmagewehr hab ich aber schon lange nicht mehr gesehen. Und das sind keine Außerirdischen, sondern Dämonen. Und Zombies.
Mit “Counterstrike” erreichten die Killerspiele eine neue Ebene und eroberten das Netzwerk.
Der erste Egoshooter mit Multiplayermodus an den ich mich erinnere war Duke Nukem 3D, das fünf Jahre vor Counter-Strike erschien. Gibt aber vielleicht noch ältere. Und selbst Half-Life, auf dem Counter-Strike natürlich basiert, was ihr aber nicht wissen könnt, weil ihr nicht wisst was ein Mod ist, hatte einen sehr guten Multiplayermodus.
Die Missionsziele sind neben dem Ausschalten von Gegnern die Befreiung von Geiseln und Entschärfung von Bomben.
Nein, das Ausschalten von Gegnern gehört nicht zu den Missionszielen. Und ihr habt Eskorten vergessen.
Call Of Duty (2003)
Ein schön verpackter Nachfolger für das indizierte „Wolfenstein 3D“
Äh, nein, oder? Das soll ein Witz sein hoffe ich…
Diskussionswürdig sind der reale Hintergrund des Spiels und dass man im Mehrspielermodus in die Rolle eines Deutschen schlüpfen kann.
Achso, und die russische Kampagne ist weniger fragwürdig? Achja, Nazikomplex, hab ich vergessen.
Ein Killerspiel wird’s, wenn die Grausamkeiten gegen menschenähnliche Figuren ausgeübt werden.
Deswegen nennt ihr natürlich Half-Life (Deutsche Version nur mit Robotern und Außerirdischen), Doom (“Aliens”, Dämonen) und Wolfenstein 3D (Zombies, Mechs) als perfekte Beispiele für Killerspiele.
Erst nach dem Schulmassaker von Littleton an der Columbine High School am 20. April 1999 [...] wurde der Begriff Killerspiel in der öffentlichen Wahrnehmung auf Computerspiele gemünzt.
Nein, damals waren noch Metal, das Fernsehen und die Eltern schuld, an Killerspiele kann ich mich in dem Zusammenhang absolut nicht erinnern.
