Die tolle neue Spieldynamik von Halo 3: ODST

Hallo liebe Fachpresse. Über dich wird ja immer gerne gelästert, so in diesem Internet, wo sich alle viel besser fühlen als ihr. Dann habt ihr das Internet für euch entdeckt, seitdem führt ihr Blogs und macht Podcasts und weiß der Teufel was. Gamers Global macht ihr dann. Damals bin ich ja noch für Jörg Langer in die Bresche gesprungen, obwohl es eben doch Jörg Langer war. Gegen den hegen einige Leute dann doch eine persönliche Abneigung, weil er eben Jörg Langer ist. Die meisten finden aber prinzipiell alles doof was früher mal bei Powerplay, PC Games, Gamestar, Screenfun und Computer Bild Spiele1 gearbeitet hat. Ich gehör ja nicht zu diesem niederen Volk, doch heute muss ich auch mal wütend werden und euch allen sagen, dass ihr absolut keine Ahnung von eurer Materie habt.
Da kam ja dieses neue Halo raus. Diese paar neuen Level für Halo 3. Gut, es war mehr als das: Es hat ein völlig neues, revolutionäres Spielprinzip in die Welt von Halo eingeführt: Eine Lebensleiste, die man durch im Level verstreute Healthpacks wieder auffüllen muss. Früher war das ja absolut normal, wenn man so etwas tun musste. Viele Spiele hatten sogar zwei solcher Möglichkeiten: Quake hatte Rüstungen, Half-Life hatte Batterien für die HEV-Suit, Hexen hatte… Naja, eine Mistgabel eben, auch wenn das gerade nicht viel mit dem Thema zu tun hat. Vom in die Mode gekommenen “Auto-Heal”, also dem selbstständigen Heilen ohne Fremdeinwirkung, wenn gerade mal nicht auf einen geschossen wird, kann man halten was man will. Das steht hier gar nicht zur Diskussion. Die Poly-Nasen schimpfen da gern drüber, aber das sind ja eh nur alte Menschen denen 3D-Grafik zu unübersichtlich ist.2
Jedenfalls: Halo 3: ODST hat wieder sowas eingeführt. Man hat nun also etwas was sich Ausdauer nennt, das bei jedem Treffer sinkt und sich irgendwann wieder von selbst auffüllt. Auto-Heal eben. Das äußert sich darin, dass der Bildschirm rot aufleuchtet und der Protagonist schwer zu Atmen beginnt. Erinnert wohl nicht nur zufällig an ein Spiel mit Kettensägen, Zugeständnis an die Popcorn-Kultur. Wenn es endlich unerträglich rot ist und man vor lauter schwerem Atem nix mehr hört beginnt schließlich die Lebensleiste zu sinken, die nochmal in etwa genausoviel aushält wie die Ausdauer, aber sich eben nicht von selbst wieder füllt. Wie gesagt: Ein völlig neues, revolutionäres Spielprinzip in der Welt von Halo. Not.
Wir erinnern uns zurück an das Jahr 2002: Damals, als Next-Gen-Konsolen noch kabelgebundene Controller hatten und nur selten Online-Multiplayer unterstützten kam ein kleines Spiel heraus, welches sich Halo: Kampf um die Zukunft nannte. Oh ja, der erste Teil von Halo, jeder über 16 wird sich noch vage erinnern können, dass es nicht mit Halo 3 anfing. Und was hatte dieses Halo? OK, ein kleiner Tipp: Das da oben ist ein Screenshot daraus. Der zeigt den entsprechenden Teil. Rechts oben. Unter der Schildanzeige. Na? Genau: Eine Lebensleiste. Diese Lebensleiste konnte man auffüllen mit? Richtig, Health-Packs. Und die Ausdauer, pardon, der Schild darüber füllte sich von selbst auf.
Ups, liebe Fachpresse. Sowas gab es schonmal bei Halo. Genau genommen ist dieses neumodische Schild-Autoheal-Bliiiiiip-Dingsbums der Stilbruch der Serie, nicht die Lebensleiste. Und der nächste der behauptet Health-Packs in Halo wären etwas neues kriegt von mir persönlich die Hände abgehackt, damit er fortan nicht mehr zocken könne.

5 Kommentare
Christian
6. Oktober 2009
09:52
Ich musste kurz lachen ;-)
SpielerZwei
6. Oktober 2009
13:14
Also wenn wir uns so leicht provozieren lassen würden, wären wir schon lange mal beim BalkanTeller vorbei gefahren, um zu sehen, wie weit er mit seinen tollen Muskeln wirklich kommt, wenn 12 schwerbewaffnete Killerspieler vor seiner Tür stehen… :-D
Dein kleiner Seitenhieb kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Du uns mit Deinem Posting im Grunde ja sogar Recht gibst. ;-)
nille
6. Oktober 2009
13:18
Ich habe aufgehört zu lesen bei “das neue Halo”, denn das ist ein Paradoxon, denn es gibt ja nur ein einziges Halo. Und das ist viel zu unübersichtlich, weil in 3D!
Ich werde dann mal weiter Dark Forces spielen.
Pascal
6. Oktober 2009
19:48
@Christian: Deine Bespaßung ist auch eines meiner Hauptlebensziele.
@SpielerZwei: Wenn ihr das Muskelpaket besuchen fahrt nehmt es bitte auf. Und sucht einen Entwickler für die Videospieleumsetzung. Und ja, natürlich geb ich euch Recht: Auto-Heal ist für Mädchen.
@nille: Hat das zufällig etwas mit Jedi Academy zu tun? ;)
(Ich gestehe: Jedi Knight II war das erste Jedi-Spiel, das ich bewusst miterlebt habe.)
SpielerZwei
7. Oktober 2009
13:58
Dark Forces war der erste Teil der Serie, Jedi Knight der zweite und Jedi Knight 2 der dritte.