Dümmstes. Tutorial. Ever.

Tutorials sind awesome. Ich liebe Tutorials. Tutorials erlauben es mir, keine Anleitungen mehr u lesen. Denn beim Anleitung Lesen entweicht der gane gute Geruch, den man auch hätte wegschnüffeln können. Außerdem lesen nur Babs und Kommunisten Anleitungen, echte Männer können ein Spiel einfach spielen. Früher, als Anleitungen noch cool waren, da hat es sich vielleicht noch gelohnt, aber die lette coole Anleitung die ich gesehen habe, war die von Fallout 3 und das auch nur wegen den eichnungen vom Pip Bo und den Ausügen aus dem Vault Überlebenshandbuch. Tutorials sollten vor allem wei Eigenschaften erfüllen: Sie sollten überspringbar sein und sie sollten mir nur das konkrete Spiel erklären, ich will nicht jedes Mal gesagt bekommen, dass ich mich mit dem rechten Stick umsehe1. Und ich frage mich ernsthaft: Meint Square Eni das Tutorial von Final Fantas III ernst?
Herzlichen Glückwunsch: Sie haben die neuen Features “X”, “Y” und “Z” freigeschaltet. Sie können diese nun im Text verwenden!
Das Spiel erklärt einem zuerst einmal, dass man mit dem linken Stick oder dem Steuerkreuz im Menü navigiert. Als erfahrener Gamer fühle ich mich dann verarscht, aber ok, geschenkt. Man muss ja nicht immer die Grundlagen voraussetzen. Nicht geschenkt ist, dass man die ersten beiden Stunden des Spiels schaffen kann, indem man einfach immer weiter auf A2 haut. Ich musste mich richtig durchquälen, weil ich total unterfordert war. Man kann auch nicht viel mehr machen, da zu Beginn die Charakterenwicklung komplett abgeschaltet ist. Man hat halt so seine 2 bis 3 Fähigkeiten, die auch noch automatisch ausgewählt werden, und das war es dann. Wenn dann sowas wie der Schockwert eingeführt wird ändert das natürlich… rein gar nichts, denn man kann praktisch keinen Einfluss auf das Kampfgeschehen nehmen. Nur immer weiter drücken.
Irgendwann mitten im Spiel poppt dann auch noch ein Bildschirm hoch, der einem erklärt, wie das Aufbessern der Items funktioniert. Aha, soso. Jetzt weiß ich auch für was ich dieses ganze Gerümpel mit mir rumgeschleppt habe. Oder besser gesagt: Nicht habe. Denn die Gegenstände die ich bitter nötig habe, um meine Waffen aufzubessern, hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft, um der ständigen Gilknappheit zu entkommen. Mir hat ja niemand gesagt, für was ich sie gebrauchen könne.
Toll, dass sie den Text bis hierher vestanden haben. Wir wollen ihnen auch auf gar keinen Fall auf die Nerven gehen, aber an dieser Stelle möchten wir ihnen erklären, wie sie den Text überspringen können. Zum Überspringen des Textes haben sie mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit zum Überpringen des Textes ist es, den kleinen roten Knubbel rechts über dem Text anzuklicken. Die zweite Möglichkeit zum Überspringen des Textes ist es, in der Adresszeile (siehe Glossar) über dem Text eine andere Adresse einzutragen. Sollte der Text auch unter dieser Adresse erscheinen bitten wir sie, die Adresse auch wirklich zu ändern. Wenn ihnen diese Möglichkeiten als nicht praktikabel erscheinen können sie sich auch, von der nicht vorhandenen Schreibkunst des Verfassers angeekelt, vom Bildschirm abwenden und ein langes, erfülltes Leben ohne ihren Computer führen.
Versteht mich nicht falsch: Ich halte es für eine gute Idee Features erst nach und nach freizuschalten, um den Spieler nicht schon von Beginn an zu Erschlagen und zu überfordern. Aber das sollte dann nicht in einer Geschwindigkeit geschehen, die einen total langweilt. Man braucht schon mindestens 7 Stunden und den ersten Discwechsel3 damit man Final Fantasy als mehr als Langeweile und Eintönigkeit erfassen kann. Dann aber tut sich mit den Paradigmen und dem Kristarium langsam ein Kampfsystem auf, das nicht in unnötiger Hardcoreigkeit ertrinkt, bloß um komplex zu wirken, sondern einem wirklich Möglichkeiten gibt, ohne dabei überfrachtet zu sein. Ja, ab einem gewissen Punkt muss man sogar nachdenken. Aber erwarte nicht, dass ihr diesen Punkt nach wenigen Stunden erreicht.
Square Enix, was soll ich nur mit euch machen? Ihr wolltet das Spiel einfacher und zugänglicher machen. Das ist ein akzeptables Ziel und es ist euch sogar gut gelungen. Aber müsst ihr es deswegen so wahnsinnig langweilig und stupide machen? Haltet ihr den Spieler wirklich für so dumm die Konzepte des Spiels nicht in, sagen wir mal, 2 Stunden zu erfassen? Genau deswegen weiß ich jetzt nicht, ob ich das Spiel für gut oder einen großen, dampfenden Haufen Kuhkacke halten soll. Das habt ihr auf jeden Fall geschafft.


9 Kommentare
SpielerZwei
19. März 2010
17:36
Ich spiele FFXIII zwar gar nicht und habe es auch nicht vor, aber das hört sich schon ziemlich dämlich an.
Schöner Text, übrigens.
Manu
20. März 2010
20:37
ich muss zugeben, dass ich Dir den ersten Absatz rechtschreibtechnisch voll zugetraut habe. Dafür möchte ich mich entschuldigen.
Pascal
22. März 2010
09:36
Einer von euch beiden ist doof, aber ich verrate nicht wer. Der andere ist jedenfalls total dufte.
@SpielerZwei: Ja, es ist dämlich, das Spiel konnte mich zum Glück mit typischen FF-Kram wie der Story und dem Design bei der Stange halten.
SirDude02
23. März 2010
17:03
Alder, Du schreibst ja richtig schöne Texte!
Im Ernst, gefällt mir!
Pascal
23. März 2010
17:09
Toll finde ich es ja auch dass das ständig jemanden überrascht und nie jemand damit gerechnet hätte ;)
(Trotzdem danke.)
Jens
24. März 2010
19:29
Das nenne ich einen sehr unverständlichen Text. Du hast wirklich sehr viel Talent für das Schreiben von zweideutigen und ironischen Artikeln, die man beim ersten Mal Lesen nicht versteht :) Binauch ganz überrascht, was du da zusammengeschustert hast.
Dave
27. März 2010
15:04
Ein schlecht gemachtes Tutorial kann einem den Spaß an einem Spiel schon recht schnell wieder verleiden. Aber vielleicht wollen die Macher auch einfach erreichen, dass man sich die Anleitung durchliest, wo sie sich damit doch schon so viel Mühe gegeben haben (nun gut, das ist eher selten der Fall). Mich würde es jedenfalls auch ärgern, wenn das bei einem Spiel derart ungünstig gelöst ist, ich bevorzuge aber auch eher schnelle und knappe Tutorials, die einen schnell in das Spiel einführen und danach in Ruhe lassen.
SpielerDrei
30. März 2010
03:41
Im Gegensatz zu dir fand ich das Tutorial bei Halo 1 ziemlich gut. Abgesehen davon, dass es super in die Ausgangssituation passte und komplett ohne Texteinblendungen auskam, hat es auf eine sehr clevere und unauffällige Art und Weise den Spieler entscheiden lassen, ob er mit invertierter vertikaler Achse spielen will oder nicht, indem sie ihn einfach mal nach oben schauen ließen. Und je nachdem, in welche Richtung der Spieler dann drückte, wurde halt invertiert oder eben nicht.
Pascal
30. März 2010
08:50
Ja, damals, bei Halo 1, da fand ich das auch noch toll. Aber bei beiden Fortsetzungen (und, wenn ich mich gerade nicht sogar täusche, bei ODST) exakt das selbe Tutorial abziehen… nä, also das ging gar nicht. Als ich Halo 3 zum ersten Mal gespielt hab saß ich nur noch da und hab die Konsole angeschrien, sie soll mich nicht nerven und mich spielen lassen. Sorry, war mein erstes Games auf der 360.