In eigener Sache: Eine Hand wäscht die andere

Viele werden jetzt schreien, dass ich eine Attention Whore bin oder dass ich mich für jede Scheiße verkaufe, aber man muss es auch mal von einem anderen Standpunkt aus sehen: Ich habe die Gelegenheit auf einen jungen, gute Blog hinzuweisen und dieser junge, guten Blog weißt dann auf mich hin. Dass dabei auch noch etwas für mich herausspringen kann ist natürlich auch eine schöne Sache. Und außerdem: Na und? Genug der Vorrede, es geht um eine Blogparade: Wie ich zum Web 2.0 kam.

Welche Web 2.0 Seite war die erste, die du regelmäßig genutzt hast?
Oh, schwierige Frage. Ich weiß es nicht mehr so genau. Mein erster Blog war auf jeden Fall einer der ersten, jedenfalls der erste der mich richtig geprägt hat. Wahrscheinlich ist aber auch last.fm, welches damals sogar noch Audioscrobbler hieß (die Älteren unter euch werden sich erinnern).

Wieviele und welche Web 2.0 Seiten besuchst du mittlerweile regelmäßig?
Noch so eine schwere Frage. Einige. Am aktivsten nutze ich Twitter, last.fm, TrueAchievements, seit neuestem Delicious und Google Reader, der für mich aktuell 153 Feeds aggregiert. Angemeldet bin ich außerdem noch bei Wer-Kennt-Wen (aber wahrscheinlich nicht mehr lange), Moviepilot, Wakoopa, Tumblr, Flickr, Lifestream.fm und wahrscheinlich noch tausenden anderen, bei denen ich nichtmal mehr meinen Benutzernamen weiß.

Inaktiv nutze ich Flickr wenn ich ein schönes Bild brauche, last.fm oder YouTube wenn ich Musik hören will und angesprochene 153 Feeds (Newsseiten und Blogs) wenn ich Informationen oder Unterhaltung will. Und Wikipedia ist ja kaum noch wegzudenken, soviel muss ich dazu wohl nicht sagen.

Welchen Nutzen konntest du bisher aus Web 2.0 Seiten ziehen?
Ich liebe die Möglichkeit dass ich durch den User Generated Content alles bekommen kann. Auch japanische Mädchen im Neoprenanzug die auf einem fahrenden Zug eine Robbe mit einer Bratsche vermöbeln. Zu jeder Tageszeit. Vielleicht bin ich auch wirklich eine Attention Whore die auf Selbstdarstellung steht, das wird mir auch so einfach gemacht wie noch nie. Außerdem ist der kommunikative Aspekt sehr schön, ohne Twitter zum Beispiel hätte ich diese Blogparade gar nicht gesehen. Und mir würde auch niemand Links schicken zu Bildern von japanischen Mädchen im Neoprenanzug die auf einem fahrenden Zug eine Robbe mit einer Bratsche vermöbeln.

Ist für dich der Hype um Web 2.0 gerechtfertigt?
Teils, teils. Das Web 2.0 ist was schönes, aber natürlich ein richtig großer Spielplatz für Marketingfuzzis die wie wild mit Buzzwords um sich werfen können ohne dass etwas dahinter steckt. Thin Client Social Engineering Web 2.0 Communication Ajax-Application. Hieß früher mal “Chatroom”. Aber ist ja überall so, es gibt auch bei den schönsten Dingen eine Sache die häufiger zu Tage tritt als die Vorteile: Der Bullshit. Von daher sehe ich das nicht so kritisch.

Könntest du ohne Probleme auf Web 2.0 Seiten verzichten?
Ja. Nein. Vielleicht. Ach was soll denn die Frage, könnte jemand anderes ohne Probleme auf seinen Fernseher verzichten? Ein paar Wochen würd ich dem ganzen Zeug wahrscheinlich hinterherheulen, aber dann fände ich auch eine Ersatzbefriedigung: Statt zu bloggen schreib ich eben wieder Kurzgeschichten, statt zu twittern ruf ich Freunde an, statt Feeds zu durchstöbern les ich eben ein Buch. Ich würd nicht daran sterben, es wäre nur eben ganz anders und eine große Umstellung und Umstellungen sind immer blöd.

Und jetzt steinigt mich weil ich mitgemacht hab.

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  1. Blogparade Web 2.0: Die Abstimmung | Community-Manager.info

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