Roboterpiraten mit Jetpacks statt Beinen die sich mit einem Schrumpfstrahl in einen Computer befördern und sich dort mit Raketenwerfern duelliern

Rocket Riot - Screenshot
“Klingt komisch, ist aber so!” würde Peter Lustig wohl sagen, wenn er diese Überschrift vorlesen würde. Wir sind hier aber nicht beim ZDF. Da ihr vermutlich eh alle keine GEZ bezahlt dürftet ihr es dann ja schließlich nicht lesen. Deswegen bin ich auch nicht beim ZDF, nur damit ihr alle das hier lesen dürft, auch wenn sie immer wieder auf Knien angerutscht kommen und betteln: “Oh bitte Pascal, moderiere eine 12-stüdige, täglich ausgestrahlte Sendung in der du nichts anderes tust als von nackten Weibern umgeben zu zocken!”. Doch kommen wir zurück zu den Roboterpiraten. Ich rede von einem Spiel das bereits letzte Woche am Xbox Marktplatz erschien und das mir bis Gestern total entging: Rocket Riot.

Rocket Riot - ScreenshotDie Handlung ist schnell erklärt: Ein böser Pirat ohne Beine entkommt nach Jahren aus dem Kerker. Und weil böse Piraten ohne Beine die gerade aus dem
Kerker kommen meistens ziemlich angepisst sind will er jedem das Leid zufügen, das ihm widerfuhr und klaut kurzerhand alle Beine. Kurz darauf findet ein Wissenschaftler heraus wie er das angestellt hat, so mit ohne Beine herumlaufen und jedem die Beine zu klauen: Er hat ein Jetpack unterm Hintern. Klingt doch logisch, hätten wir alle drauf kommen können, oder? Also wird einfach mal jeder mit Jetpacks ausgestattet und ihr, zu Beginn in Gestalt von Chuck Norris, macht mit eurem Raketenwerfer Jagd auf den Piraten.

Jetzt kämpft ihr euch durch die 80 Level der Kampagne und tötet unterweg viele Piraten, Roboterpiraten, Zombies und Bauarbeiter. Ein großer Teil der Level besteht nur daraus, eine bestimmte Zahl von Gegnern zu töten, abwechslungsreich sind die wenigen Spezialziele und vor allem die Bossgegner, die mit immer neuen Waffen gegen euch antreten. Zum Beispiel gibt es einen Level in angesprochenem Computer1 in dem man den halben Level zerstören muss während die Piratenfabrik immer neue Gegner produziert. Doch ganz abseits der Kampagne wartet etwas, das ich bisher bewusst verschwiegen habe: Das Gameplay.

Rocket Riot - ScreenshotRocket Riot spielt sich wie eine Mischung aus Geometry Wars, Worms und Soldat. Mit dem linken Stick bewegt man seinen Recken durch die Luft, mit dem rechten feuert man die in einer “Wir lassen es aussehen als wäre es echte Physik”-Parabelbahn fliegenden Raketen durch die Luft. Zerstörbar sind nicht nur die Gegner sondern auch das komplette Spielfeld. Eucht steht ein Piratenschiff im Weg rum? Kein Problem! Ballert euch einfach mitten durch! Nach einigen Sekunden regeneriert die Umgebung sich wieder, damit ihr nicht irgendwann auf einem leeren Spielfeld dasteht. Und weil es ohne langweilig wäre wartet noch eine ganze Horde Power-Ups und Power-Downs darauf, von euch aufgesammelt zu werden. Da schießt ihr dann schonmal drei Raketen gleichzeit oder prallt unter lauten Flipper-Geräuschen von allen Hindernissen ab.

Die Grafik tut ihr Übriges um den Spielspaß perfekt zu machen. Wie ihr auf den Screenshots seht wirkt die Spielwelt, als würde ein pixeliges NES-Spiel spontan an Tiefe gewinnen und aus dem Fernseher heraushüpfen wollen. Und wenn man eine Rakete daruf abfeuert zersplittern sie in viele Pixel die wild in der Gegend rumfliegen. Mit dem entsprechenden Power-Up sogar in Unmengen bunter Pixel. Unübersichtlich? Ja, wahnsinng. Trotzdem spaßig? Und wie! Einziges Manko der Grafikpracht: Der Vordergrund hebt sich manchmal nicht so richtig vom Hintergrund ab. Wenn irgendwo in der Pampa ein einziger “Pixel” verloren herumsteht sieht man den nur ganz schlecht, bleibt daran hängen, trifft ihn nicht oder trifft ihn, je nach dem was in der aktuellen Situation am ungünstigsten ist.

Rocket Riot - ScreenshotDafür gibt es jede Menge Möglichkeiten den eigenen Charakter zu modifizieren. Man wählt aus unzähligen, liebevoll gepixelten Figürchen, darunter Piraten, Roboter, Roboterpiraten, Zombies, eingangs erwähnter Chuck Norris und äh… eine Banane. Freigeschaltet werden Charaktere indem man sie einem erfolgreich getötet hat, was bedeutet dass man nach Abschluss der Kampagne bereits einen ansehnlichen Streichelzoo zur Verfügung haben sollte. Nachträglich kann man noch ein wenig an der Farbgebung herumschrauben.

Ein perfektes Spiel? Nein. Während andere Leute damit keine Probleme haben ist der Multiplayer-Part bei mir nicht spielbar. Ein wenig laggy sind alle Spiele, was wahrscheinlich an meiner langsamen Verbindung liegt. Aber dass mich ein Spiel im Singleplayermodus regelmäßig nach fünf Minuten von Xbox Live trennt ist mir noch nicht untergekommen, genausowenig wie spontane Verbindungsabbrüche während des Online-Spiels. Obwohl, doch, in Castle Crashers, wo sich alle so schlimm drüber aufgeregt haben. Aber ansonsten nicht.

Das Fazit
Rocket Riot macht wahnsinnigen Spaß, sieht umwerfend aus und ist wahrscheinlich das perfekte Multiplayer-Spiel. Wenn es denn tut. Daher enthalte ich mich einer Wertung des Multiplayer-Moduses2 und sage: Singleplayer ist wunderherrlich, die 800 MS-Points sind gut angelegt! Worauf wartet ihr denn noch? Kaufen: Demo oder gleich Vollversion!

  1. Schrumpfstrahlen, wie ich bereit erwähnte.
  2. Modusses? Modus? Modussess?

Ein Kommentar

Ich hoffe die Telekom erbarmt sich irgendwann und baut das DSL Netz noch ein wenig weiter aus. Uns entgehen viel zu viele MP Erlebnisse.

By the way: Du hast den genialen “Horde” Modus vergessen ;-)

Du willst es doch auch!