Stranger In A Strange Land

Brütal Legend - Logo
Wer vielleicht gemerkt hat dass dieser Blog manchmal wirkte wie eine Brütal-Legend-Fanboy-Seite darf sich jetzt beruhigt zurücklehnen, denn dies wird wahrscheinlich für einige Zeit der letzte Beitrag zum Thema. Denn endlich war es soweit: Das Spiel stieg aus den tiefsten Tiefen der Hölle hervor, umgeben von kreischenden Dämonen, das Blut seiner Feinde vergießend und die Erde verbrennend. Wimps and posers, play Uncharted 2. Und ich muss sagen: Puh. Das Spiel hält was ich mir davon versprochen habe, nämlich jede Menge Metal, und ist noch dazu verdammt gut. Diesmal war übrigens sogar Budget für gute Überschriften und recherchierte Fakten da!

Read Between The Lies

Brütal Legend Screenshot - Eddie und Ophelia im Teufel
Ausgangslage: Eddie Riggs ist Roadie der Band, die er wahrscheinlich am meisten hasst. Kabbage Boy, die ab und zu mal nach Metal klingen aber dann doch rumrappen und beim Singen fast anfangen zu weinen. Eddie Riggs ist nicht nur ihr Roadie sondern angeblich der beste Roadie der Welt, der alles innerhalb kürzester Zeit bauen und reparieren kann. Er ist natürlich alles andere als zufrieden mit seinem Leben und wäre gerne dreißig Jahre früher geboren, als die Musik noch echt war. Als der Gitarrist von Kabbage Boy wieder einmal, obwohl Eddie es ihm ständig verbietet, auf der Bühnendeko herumklettert und fast zu Tode stürzt wird Eddie bei seinem selbstlosen Rettungsversuch von Schutt begraben und stirbt. Weil man beim Begrabenwerden und Sterben gerne auch mal Blut verliert bespritzt dieses seine Gürtelschnalle und beschwört den Gott des Heavy Metal, Ormagöden, eine riesige, feuerspuckende Metallbestie, die mal eben die Köpfe der Band mit seinem Brüllen von der Bühne befördert und Eddie mit sich nimmt.

Dieser erwacht in dessen Tempel in einer Parallelwelt, die von Ormagöden erschaffen wurde und in der Heavy Metal magische Kräfte hat. Dieser wird leider gerade von den Schergen des Dämonen Doviculus angegriffen, die die magischen Waffen von Ormagöden, eine Axt und eine Gitarre, stehlen wollen, doch es stellt sich heraus, dass Eddie ein Naturtalent im Umgang mit beiden ist und er metzelt sich durch die Horden der Angreifer. Unterstützt wird er dabei von Ophelia, einer jungen Frau, die die Waffen vor den Dämonen bewahren wollte und sich deshalb zufällig auch im Tempel herumtreibt. Sie ist Mitgleid einer menschlichen Widerstandsgruppe gegen die dämonische Herrschaft, der Eddie natürlich auch sehr bald beitritt.

Meine Damen und Herren, wir reden bisher von den ersten zwanzig Minuten des Spiels und haben schon einen Plot, der gerne auch mal ein komplettes Spiel füllen würde, wenn man denn wollte. Brütal Legend gibt sich wahnsinnig Mühe den Spieler bei der Stange zu halten und zu fesseln, man hat quasi keine Chance nicht weiterzuspielen, denn man will wissen wie das alles ausgeht. Die wichtigen Charaktere werden sehr fein ausgearbeitet, allen voran natürlich Eddie Riggs, der als Roadie nie im Rampenlich stehen will und immer verlangt, dass andere die Führung übernehmen, obwohl eigentlich er selbst der Held ist. Die Handlung geht den schmalen Grat zwischen sinnig und aberwitzig und besteht diese Aufgabe immer. Ab der Mitte des Spiels flaut die Storydichte leider ein wenig ab, man ist zumeist damit beschäftigt die Dinge zu durchleben, die sich in der ersten Hälfte bereits angebahnt haben. Aber wenn die Handlung zuschlägt dann richtig: Ein Twist jagt den nächsten, bis zum Schluss kann man zwar durchaus schon in die richtige Richtung vermuten aber es ist sehr unwahrscheinlich dass man alles bereits vor dem Showdown so verstanden hat, wie es eigentlich ist.

Schade: Das Happy End ist etwas unmotiviert und nicht sonderlich sinnvoll herbeigequält. Der Cliffhanger um die Fortsetzung zu rechtfertigen auch. Hier wäre etwas Mut zur Melancholie nötig gewesen. Außerdem endet das Spiel ein wenig abrupt, da man noch einen großen Batzen erwartet, der sich dann aber im Endkampf in Wohlgefallen auflöst.

The Metal Age

Brütal Legend Screenshot - Landschaftsfoto
Zu einem großen Teil getragen wird die Handlung von den Sprechern. Bei der Cast muss man ein wenig aufpassen dass man nicht durcheinander kommt, denn Rob Halford (Judas Priest) spricht General Lyonwhite und den Anführer der Fire Barons, Lita Ford (The Runaways) spricht die Amazonin Rima, während Lita Halford von keinem der beiden gesprochen wird. So, jetzt hab ich das komplizierte hinter mir, also kann ich sagen: Eddie Riggs wird von Jack Black gesprochen, der natürlich das Recht hat in einem Spiel über Heavy Metal die Hauptrolle zu spielen. Sein Kumpel von Tenacious D, Kyle Gass, hat auch einen wahnsinnig witzigen Gastauftritt. Die zweite weibliche Hauptrolle neben Lita, Ophelia, wird von Jennifer Hale gesprochen, die manchen als Jaden Korr aus Jedi Academy, Commander Shepard aus Mass Effect oder Samus Aran aus Metroid Prime bekannt vorkommen könnte. Lars Halford als Litas Bruder wird gesprochen von Zach Hanks, der unter Anderem in Titan Quest und Call of Duty 4 zu hören war. Außerdem leihen Lemmy Kilmister von Motörhead als Kill Master und Ozzy Osbourne als Keeper of Metal den Figuren ihre Stimmen. Zu guter letzt wird der böse Dämonenlord Doviculus von Tim Curry vertont, nachdem Ronnie James Dio die Rolle aberkannt bekam.

Alles in allem machen diese Leute eine gute Figur, was nicht verwunderlich ist, denn zum großen Teil sind hier Profis am Werk. Doch auch die schauspielunerfahrenen Musiker sind toll, was natürlich nicht schwer ist, da sowohl Lemmy Kilmister als auch Ozzy Osbourne vor allem nuscheln. Für alle die wie ich auf das bisher besprochene Original stehen eine gute Nachricht: Im Optionsmenü kann man zwischen deutscher und englischer Tonspur umschalten. Doch auch erstere ist sehr professionell und wirkt an keiner Stelle falsch oder aufgesetzt, sogar die meisten Witze funktionieren. Als Synchronsprecher kommen bei Jack Black und Tim Curry deren bekannte deutschen Stimmen zum Einsatz.

Metal Militia

Brütal Legend Screenshot - Eddie mit Headbangern
Hinter all den Storyboards und Synchronstimmen versteckt sich natürlich auch ein Spiel. Und noch dazu ein gutes. Den Grundlagen vorweggreifen möchte ich der Strukturierung und der coolen Überschriften willen und zuerst auf ein heiß diskutiertes Thema eingehen: Die Bühnenschlachten. Die Bühnenschlachten sind das, wo sich jeder aufregt, weil man ein Hack’n'Slay erwartet hat und ein Echtzeitstrategiespiel bekommt. Sie dienen als Multiplayer- und Skirmish-Modus und werden von Zeit zu Zeit auch in die Kampagne eingestreut. Tim Schafer hat sich zwischenzeitlich zu Wort gemeldet und gesagt wer Brütal Legend für ein Echtzeitstrategiespiel hält hat doofe Ohren und spielt das Spiel falsch. Was soll ich sagen… Sorry Internet, Tim hat Recht.

Bei den Bühnenschlachten stehen sich zwei (im Multiplayermodus auch mehr) Bühnen konkurrierender Fraktionen gegenüber. Als Einzelspieler sind das auf der einen Seite immer Eddie und seine Ironheads, auf der anderen Seite je nach Spielfortschritt General Lyonwhite und seine Pop-Ironheads, Doviculus und seine Dämonenhorden oder die Drowning Doom, ein Death Metal/Gothic/Emo-Trupp. Mit diesen Bühnen ist es dem Spieler möglich Truppen zu produzieren, die man mit einigen simplen Befehlen dirigieren kann. Ziel ist es natürlich die gegnerische Bühne zu zerstören, auf dem Weg dorthin muss man “Fangeysire” mit Merchandisingständen bebauen, um Fans zu gewinnen, die als Währung herhalten müssen. Dabei wird man nicht aus dem eigentlich Spiel herausgerissen, sondern hat alle Möglichkeiten, die man sonst auch hat. Und ohne den Spieler ist die Armee ziemlich aufgeschmissen, denn wenn der gegnerische Held aufkreuzt löscht dieser ruck zuck die Hälfte der eigenen Mitstreiter aus. Als taktische Möglichkeiten bieten sich die Double Teams an. Das sind Spezialattacken, die man zusammen mit einem Verbündeten ausführen kann und die besonders viel Schaden anrichten. Wenn Eddie sich in die Mitte seiner Headbanger stellt und laut “Metal!” ruft scharen sie sich sofort in einem Kreis um ihn und headbangen in Laufrichtung. So kann man sich sehr einfach durch ganze Horden schwacher Gegner pflügen. Aus der schwächlichen Buff-Einheit Braut der Drowning Doom wird so auch ein effektiver Kämpfer mit Flächenschaden, wenn die Regenwolke die sie hinter sich her zieht plötzlich Blitze ohne Ende schleudert.

Wie gesagt: Die Bühnenschlachten sind kein so schwerwiegender Eingriff in die Spielmechanik wie viele behaupten. Man muss eben verstehen (und das Spiel behauptet auch nie etwas anderes!) dass die Armee nicht eigenständig agieren kann, da man so ins sichere Unglück läuft. Man muss sie als weitere Waffe im Kampf gegen den Feind ansehen und vor allem: Steht gefälligst an forderster Front und kämpft mit, ihre feigen Hunde!

Kill With Power

Brütal Legend Screenshot - Eddie im Kampf
Nachdem wir das hinter uns haben kommen wir endlich zu den grundlegenderen Spielelementen. Es ist zwar kein komplexes Kombosystem wie zum Beispiel bei Devil May Cry enthalten, doch das Axt- und Gitarrengemetzel kann sich auch bei Brütal Legend sehen lassen. Man hat einen normalen Axtangriff, einen unblockbaren Axtangriff (der den Spieler natürlich schutzlos macht), kann mit der Gitarre Blitze und Explosionen heraufbeschwören und Blocken, was ja alles schonmal eine gute Grundlage ist. Dazu gesellen sich einige wenige, simple Kombos, zum Beispiel ein Tritt ins Gesicht des Gegners oder ein Bühnenfeuerwerk, auf dem der Gegner kurz schwebt und beständig Schaden nimmt. Richtig brütal ist aber das Magiesystem: Man kann aus zwölf verschiedenen magischen Gitarrensoli wählen, die dann so gespielt werden, als würde man Guitar Hero mit dem Gamepad spielen. Diese Soli sind nicht sonderlich schwer und man kann sich auch einen Fehler erlauben, aber es ist eine nettes und vor allem stilechtes Minigame, damit das Zaubern nicht so langweilig wird. Zu den Zaubern gehört zum Beispiel das “Facemelting Solo”, das… nun, die Gesichter der Feinde schmilzt, die daraufhin natürlich nicht nur gesichtslos sondern auch tot sind.

In seiner Freizeit – und manchmal natürlich auch im Kampf – ist man mit dem Teufels unterwegs, Eddies Hot Rod, der die Macht des Wahrhaftigen selbst in sich trägt. Außerdem besitzt er auch einen markanten Kühlergrill, weswegen er auch “Druidenpflug” genannt wird. Dieser ist mit Leistungs- und Panzerungsupgrades aufrüstbar, lässt sich umlackieren und vor allem mit Waffen ausstatten. Diese reichen vom simplen Maschinengewehr über seitlich angebrachte Flammenwerfer bis zu zielsuchenden Raketen. Aber das wichtigste Upgrade: Der Mund des Metal, die Stereoanlage des Teufels.

Nötig hat man den Teufel allemal, denn die Welt von Brütal Legend ist riesig, zu Fuß zwischen den Quests pendeln dauert unerträglich lange. Und von denen gibt es eine Menge: Neben der Story gibt es unendlich viele Sammel- und Nebenquests. Zu den Sammelquests gehört das Bergen von versunkenen Motorschmieden, wo man die Upgrades für den Teufel, aber auch für die Gitarre und die Axt kaufen kann, und Liedern, das Befreien von gefesselten Drachen, was einige Charaktereigenschaften steigert, und das Erlernen von Soli, die über die Welt verstreut sind. Diese haben aber ein Problem: Man braucht sie nicht. Einige wenige Soli und die ursprünglichen Charaktereigenschaften reichen, um das Spiel problemlos spielen zu können. Nicht mal die Sammelwut treibt einen ordentlich an, da das Spiel einen komplett im Regen stehen lässt wenn man sich solche Fragen stellt wie “Ok, wo sind denn jetzt die 10 Drachen die ich noch nicht habe.” Eine kleine Übersicht in welchen Gebieten ich noch suchen muss, ähnlich wie bei Burnout Paradise, habe ich schmerzlich vermisst. Zumal besonders die Drachen und Legenden oft die selbe Farbe haben wie das sie umgebende Gelände und zum Teil an absolut abstrusen Stellen versteckt sind.

Ich würde jetzt gerne schreiben “Zum Glück gibt es ja die interessanten und motivierenden Nebenquests, mit denen man sich Feuertribute verdienen und davon Upgrades kaufen kann”, doch das wäre glatt gelogen. Von einigen wenigen, wirklich guten, Ausnahmen abgesehen gibt es nur vier unterschiedliche Questtypen: Ironheade-Schleichangriff, wo man eine kleine Gruppe Verbündeter gegen eine größere Gruppe Gegner verteidigen muss. Rennen, die, nun, eben Rennen mit dem Teufel gegen einen Dämon sind. Diese wären recht motivierend, da man nie zweimal die selbe Strecke fährt, wenn einen nicht die Übersichtlichkeit der Strecke mehr fordern würde als das Rennen selbst. Ritt auf der Todesbühne, was erstmal total spannend klingt, aber nur ein Schießbudenwitz oder Moorhuhnklon (Nehmt das schönere Wort) ist. Zu guter Letzt gibt es noch die Jagdquests, die man jederzeit während des Spiels abschließen kann. Bei diesen geht es darum, eine bestimmte Anzahl der herumlaufenden Tiere zu töten, wobei das Suchen weitaus mehr Zeit einnimmt als das Töten selbst. Bei dem schönen Spiel habe ich einige schöne Nebenquests arg vermisst. Wäre die Handlung nur ein wenig länger gewesen, ich hätte auf die Nebenquests und die Feuertribute und die Upgrades geschissen.

Auch ein Problem des Spiels ist die Wegfindung. Man kann auf der Übersichtskarte Quests und Motorenschmieden markieren, damit man den Weg dorthin gewiesen kriegt. Dies geschieht durch eine göttliche Flutlichtanlage die aus dem Himmel heraus auf den entsprechenden Punkt scheint. Sieht total cool aus, ist aber nicht wirklich zu gebrauchen, da man den Lichtschein oft nicht sieht, weil er hinter Bergen versteckt oder schlicht und ergreifend vor dem hellen Himmel nicht zu erkennen ist. Warum kann ich nicht einen herkömmlichen, großen Pfeil haben, der in die richtige Richtung zeigt? Außerdem schlecht: Man weiß oft nicht was man zu tun hat. Während des ersten Bosskampfes kommt es schon zu der Situation in der Ophelia in Lebensgefahr ist und man sie retten muss. Man kriegt nur nicht gesagt wie. Was bei Bosskämpfen noch spaßig sein mag – Austüfteln wie man ihn besiegen kann – wird im restlichen Spiel sehr schnell langweilig, zum Beispiel wenn man wie ich alles außer der korrekten Lösung probiert, um Legenden zu befreien und sich dann denkt “Das wird wohl im Laufe der Handlung noch freigeschaltet”. Falsch. Die Dinger sehen zwar aus wie Drachen, werden aber anders befreit.

All Of The Damned

Brütal Legend Screenshot - Doviculus
Aber trotz allen Schwächen konnte Brütal Legend mich überzeugen. Auch wenn es als Spiel nur halbwegs gut funktioniert so hat es doch Stil und genau das ist es, was viele Spiele vermissen lassen. Es ist eben nicht der dreihundertfünfundsiebzigste Shooter im zweiten Weltkrieg mit Unreal Engine 3 und seinen ultraharten Kampfmaschinen, die weder Gnade noch Frieden kennen. Brütal Legend zeigt eine aberwitzige Welt die voll ist von Orten, die es schon zu Besuchen lohnt, nur um sie zu betrachten. Ich habe schon ewig bei keinem Spiel mehr über die Optik gestaunt. Hier haben wir ein Spiel, das einem die Kinnlade herunterklappen lässt bloß weil es so unglaublich toll aussieht. Auch bei der Grafik gibt es einige Fehler, zum Beispiel sehr langsam ladende Texturen, aber wenn das dynamische Wettersystem ein Gewitter ausbrechen lässt und man im grellen Licht eines Blitzes ein riesiges, steinernes Schwert sieht, das aus der Erde ragt: Wow. Die Charakteranimationen sind ähnlich: Technisch nicht High-End, aber solide, dafür aber wahnsinnig gut. Viele Lacher kriegt das Spiel nur durch den Gesichtsausdruck von Eddie, fast so gut wie in einem Film mit Jack Black.

Es fällt auch auf, dass das Spiel sich nicht so wahnsinnig ernst nimmt. Was gut ist, denn es ist ein Spiel über Heavy Metal, und wer Heavy Metal immer bierernst nimmt spinnt oder schminkt sich Schwarz und treibt sich Nachts auf Friedhöfen rum1. Und diese wahnsinnig vielen Anspielungen auf den Heavy Metal, in der Entstehungsgeschichte der Welt, im Kampf gegen General Lyonwhite und seine Hairmetal-Armee, die sich spielt wie ein Lied von Manowar, in der Gestaltung des Territoriums der Drowning Doom mit den Friedhöfen und den hohen Kirchenfenstern und den verfaulten Bäumen. Wer Heavy Metal so sehr mag wie – sagen wir mal – ich, der wird ständig nur am Grinsen und Staunen sein, weil alles was wir daran lieben genau so selbstironisch vorhanden ist, wie wir uns das schon immer gedacht haben. Alle Anderen werden auch ihren Spaß daran haben, aber die werden es “Klischee” oder “Beklopptenkultur” nennen.

Bring the noise

Brütal Legend Screenshot - Guardian of metal (Ozzy Osbourne)
Mehr als nur unterstüzt wird der Stil des Spiels vom Soundtrack, der aus den Boxen ballert. Die Liste hatten wir ja schonmal. Das Ganze wird aber auch entsprechend in Szene gesetzt: Mit dem Mund des Metal hat man im Teufel eine Stereoanlage, die alle Lieder spielen kann, aber auch wirklich nur im Teufel funktioniert. Wenn man aussteigt und sich entfernt wird die Musik langsam leiser bis sie ganz verschwindet. Aber das tut nichts zur Sache, das harte Geballer will man ja vor allem während man… nun, eben mit dem Teufel durch die Gegend heizt. Denn auch abseits des grandios zusammengestellten Soundtracks macht die Tonuntermalung eine gute Figur. Beim durch die Landschaft streifen wird man beschallt von orchestral-gitarrigen Klängen, die in dem Kämpfen auch genau so brachial und episch werden, wie man das erwarten kann. Und manchmal greift das Spiel auch während der Missionen auf den Soundtrack zurück: Während man sich seinen ersten Kampf mit den Drowning Doom liefert läuft Her Ghost In The Fog von Cradle of Filth, zu den Klängen von Diary Of A Madman von Ozzy Osbourne kämpft man sich durch die mysteriösen Sümpfe. Die Musik schafft etwas, was sie nur in den wenigen Spielen schafft: Sie fällt auf und passt dabei auch noch.

And The Story Ends

Brütal Legend Screenshot - Eddie Riggs
Brütal Legend hat wahnsinnig viele kleine Fehler, ja. Aber darum geht es bei dem Spiel eigentlich gar nicht. Denn es ist mehr als nur ein Spiel. Es ist eine Ode an die harte Gitarrenmusik, es verneigt sich vor den Göttern des Metal und es entführt den Spieler in eine Welt, die den Träumen nach einem Manowarkonzert entsprungen sein könnte. Aber, und auch das ist wichtig, es macht abseits der Musik auch Spaß. Und wenn man bei einer Fluchtszene, in der um einen herum alles explodiert und überall Dämonen herumschlurfen und man mit dem Teufel durch herabstürzende Trümmer heizt, auch noch mit Through The Fire And Flames von Dragonforce beschallt wird, dann vergisst man alle Fehler des Spiels und schreit ihm entgegen: “Heavy Metal is our law, we are proud and standing tall!”2.

(Die Überschriften sind übrigens von Manowar, Hammerfall, Iron Maiden, Metallica, Gamma Ray, Blind Guardian, Slayer und Anthrax.)

  1. Denn Black Metal ist Duschen, wie wir alle wissen!
  2. Die Apokalyptischen Reiter – Heavy Metal. Bevor jemand fragt.

5 Kommentare

Dank Christian ist jetzt auch überall Roadie richtig geschrieben. Tut mir Leid. Ich bin sonst immer der erste der jemanden auf die Nase haut weil er das falsch ausspricht.

Ja, nach Batman, Unchartred 1 und 2 hatte ich mir gedacht, dass ich deises Spiel mal ausprobiere … aber erst mal die anderen zu Ende spielen :) Toller Bericht!

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